Das „Digital Cinema Package“ ist das digitale Projektionsformat, das die 35-mm-Filmprojektion in Kinosälen ersetzt hat (seit 2012 in der Schweiz). Es handelt sich um eine Reihe digitaler Dateien, darunter eine Bildspur (ein Stream), ein oder mehrere Audiostreams sowie gegebenenfalls ein oder mehrere Untertitel-Streams, die über „Version Files“ bereitgestellt werden. Es ist zu beachten, dass einige DCPs durch Einbrennen (Burn-in) der Untertitel erstellt werden, siehe unten. DCP-Kopien sind viel kostengünstiger herzustellen als 35-mm-Kopien und können vor allem auf kleinen Datenträgern transportiert oder über das Internet versendet werden, im Gegensatz zu den sperrigen und empfindlichen 35-mm-Kopien. Alle Filme (mit wenigen Ausnahmen, insbesondere in Filmarchiven) werden in digitaler Form gezeigt.
DCPs werden in der Regel kompiliert und auf einem physischen Datenträger gespeichert: Festplatte oder SSD oder USB-Stick. Das Dateiformat kann nur mit einem DCP-Player gelesen werden. Die von DCP-Projektoren/Servern lesbaren Festplatten- (oder USB-Stick-)Formate sind: NTFS, ex2 und ex3. Die Filme werden meist über das Internet an die Kinos gesendet. Dabei ist zu beachten, dass ein Spielfilm im Durchschnitt etwa 100 GB groß ist, was eine gute Internetverbindung oder sogar dedizierte Server erfordert. Für die sichere Übertragung von DCPs gibt es mehrere spezialisierte Dienste.
BILDFORMAT
DCPs sind entweder in 2K oder 4K, das Verhältnis von Höhe zu Breite beträgt maximal 1080 x 2048 bzw. 2160 x 4096 Pixel. Um ein DCP zu erstellen, muss Ihre Datei eine Höhe ODER Breite haben, die einer dieser Längen entspricht. Die Standardformate sind:
– „FLAT” 1:1,85, d. h. 1080 x 1998 oder 2160 x 3996
– „SCOPE” 1:2,39, d. h. 858 x 2048 oder 1716 x 4096
– „FULL CONTAINER” 1:1,89, d. h. 1080 x 2048 oder 2160 x 4096
Für andere Formate als 16×9 (1920 x 1080 oder 3840 x 2160), das als „Flachformat” akzeptiert wird, muss mit Schwarz aufgefüllt werden, um eines der oben genannten Formate zu erhalten.
FREQUENZEN
Die üblicherweise verwendeten Bildfrequenzen sind 24 und 25 Bilder pro Sekunde (ips/fps), aber auch andere Frequenzen sind möglich, jedoch nur ganze Zahlen und ganze Bilder (kein Interlacing). Mögliche Frequenzen sind: 30 und in HFR (High Frame Rate): 48, 50 und 60.
UNTERTITELUNG & VERSION FILES
Zu Beginn der digitalen Projektion (DCP) waren die Standards noch nicht endgültig festgelegt, und um Inkompatibilitäten und Wiedergabeprobleme zu vermeiden, wurde empfohlen, die Untertitel in das Bild einzubetten, was die Erstellung eines DCP pro Sprachversion erforderlich machte. Heute sind diese Anlaufschwierigkeiten behoben und es ist einfach, „Versionsdateien” zu erstellen, die Ergänzungen zu einer DCP sind und nur die Untertitel enthalten. Sie können nachträglich zur Originalversion (OV) der DCP erstellt werden. Es ist auch möglich, VF mit alternativen Audiospuren zu erstellen.
AUDIO
Der DCP-Standard ist 5.1 (Surround), einige Kinosäle sind jedoch für die Wiedergabe anderer spezifischer Formate, insbesondere 7.1, ausgestattet. Stereo wird akzeptiert, da die Kinosäle jedoch nicht für die Stereowiedergabe ausgerüstet sind, kann die Tonqualität darunter leiden. Wenn möglich, ist es ratsam, einen Tontechniker zu bitten, eine Datei im Format 3.0 oder 3.1 vorzubereiten, d. h. mit einem zentralen Kanal und linken und rechten Spuren sowie einem eventuellen Basskanal (LFE).
VERSCHLÜSSELUNG & KDM
Ihre DCP-Dateien können mit einem „KDM” verschlüsselt sein (oder auch nicht). Um sie abzuspielen, müssen serverspezifische und projektorspezifische digitale Schlüssel (Codes) an das Kino gesendet und installiert werden, damit die Datei abgespielt werden kann. Dies soll Piraterie verhindern, wird jedoch vor allem von großen Verleihern genutzt, um die Vorführungen zu zählen und das Abspielen außerhalb der Zeiträume zu verhindern, für die die Rechte gewährt wurden.